„Ich hatte mein Leben lang mit Zahlen zu tun“ – Bürgermeister Axel Schmidt gratuliert Lieselotte Domagala zum 90. Geburtstag
„Ich freue mich sehr, dass Sie zu meinem runden Geburtstag gekommen sind.“ Mit diesen Worten begrüßt Lieselotte Domagala den Perleberger Bürgermeister Axel Schmidt. Kurz zuvor hat er ihr zu ihrem 90. Geburtstag gratuliert, Blumen und Glückwunschkarte überreicht.
Bevor Lieselotte Domagala dem Stadtoberhaupt Einblicke in ihr 90-jähriges Leben gewährt, muss dieser über den Vorbereitungsstand zum BRANDENBURG-TAG berichten. Wann sie selbst das Landesfest besucht, weiß sie noch nicht genau, aber sie werde sich auf alle Fälle die Live-Show des rbb im Fernsehen ansehen.
Lieselotte Domagala bezeichnet sich selbst als Urperlebergerin, auch wenn sie am 11. September 1935 in Düpow das Licht der Welt erblickte. „Meine Mutter war auch aus Düpow, mein Vater aus Perleberg“, erzählt sie. Und so zog die Familie in die Kreisstadt, als die Jubilarin noch ein kleines Kind war. Von 1942 bis 1950 habe sie dann die Mädchenschule besucht. „Die war dort, wo heute das Haus II des Gymnasiums in der Wilsnacker Straße ist“, erklärt sie dem Bürgermeister. Danach begann ihre Lehrzeit bei der BHG des VdgB. „Das war die Bäuerliche Handelsgenossenschaft der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe“, so Lieselotte Domagala. Und sie fügt noch erklärend hinzu, dass die BHG eine Kredit- und Warengenossenschaft in der DDR gewesen sei. Sie lernte hier Buchhaltung. „Ich habe mein Leben lang mit Zahlen zu tun gehabt“, sagt sie lachend. Denn der Buchhaltung blieb sie ihre Leben lang treu, auch wenn sie die Betriebe und Einrichtungen wechselte.
Nach der Ausbildung wechselte sie in die Lohnbuchhaltung des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes. „Das war ein großer Forstbetrieb, der bis Lenzen und Kümmernitztal reichte“, blickt sie zurück.
Doch irgendwann wollten Lieselotte Domagala und eine Freundin raus, raus aus Perleberg, raus aus der Prignitz. Und so kam es, dass sich die beiden jungen Frauen bei einem Winterurlaub in Lauscha eine Arbeit gesucht und gefunden haben. „Wir gingen nach Neuhaus am Rennweg, wo wir ein möbliertes Zimmer bekamen und bei der Notenbank arbeiteten.“
Doch die Perlebergerin hielt nicht ganz zwei Jahre durch, da zog es sie zurück in die Heimat.
Hier hat sie dann ihren Mann Horst kennengelernt. „Vom Sehen kannten wir uns schon, denn ich wohnte in der Wilsnacker Straße, er in der Pritzwalker Straße“, erzählt das Geburtstagskind. Aber außer „Guten Tag!“ und „Guten Weg!“ sei zunächst nichts gewesen. Beim Tanz im „Stadt Berlin“ hat es dann gefunkt, fanden sie zusammen. 1961 haben sie geheiratet, 1962 kam der erste Sohn zur Welt. Ein Jahr später folgte der zweite Sohn. „Und so blieb ich drei Jahre zu Hause. Denn es war damals nicht einfach mit Krippen- und Kindergartenplätzen.“ Doch 1965 habe sie endlich die begehrten Plätze für die beiden Jungs bekommen, nahm wieder eine Arbeit auf. Beim Rat des Kreises Perleberg war sie in der Zentralen Gehaltsstelle bis zu dessen Auflösung 1971 tätig. Die PGH Dienstleistungen und zuletzt die LPG (P) – Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Pflanzenproduktion – Perleberg waren Stationen ihres Arbeitslebens. Zur Wende 1990 schaffte sie es mit der Auflösung der LPG in den Vorruhestand und später dann in die Rente.
Seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 2007 lebt Lieselotte Domagala allein. Da zahle sich aus, dass die ganze Familie bodenständig ist, denn die Söhne mit ihren Familien leben in Perleberg bzw. Quitzow. Auch die drei Enkel sind vor Ort. „Sie kaufen für mich ein, machen verschiedene Erledigungen“, sagt sie. Zu Hause kümmert sie sich noch selbst um sich. Alle 14 Tage kommt eine Haushaltshilfe.
Sie liest auch noch jeden Morgen die Zeitung. „Ohne Zeitung geht es nicht. Die haben schon meine Eltern gehabt. Und wenn ich früh alles erledigt und gefrühstückt habe, dann lese ich die Zeitung. Leider steht nicht mehr so viel über die Prignitz drin“, so Lieselotte Domagala. „Und sie löst auch noch Kreuzworträtsel“, ergänzen ihre Söhne.
Die große Geburtstagsfeier musste wegen des BRANDENBURG-TAGES an diesem Wochenende und dem Handball am kommenden Wochenende verschoben werden. Und so feiert die Familie in großer Runde mit Kindern, Schwiegerkindern, Enkeln und der Urenkelin erst anschließend im „statt Café“. Dann gleich ein Doppeljubiläum, denn die Schwiegertochter konnte einen Tag vor Lieselotte Domagala ihren 60. Geburtstag feiern.
Und was den Handball betrifft, so sei ihre Familie schon immer eine Handballer-Familie gewesen. Ihr Mann Horst hatte noch auf dem Großfeld im Freien Handball gespielt. Die Liebe zum dieser Sportart gab er an seine Söhne weiter, wobei der jüngere später zum Fußball wechselte. Inzwischen spielen auch alle drei Enkel aktiv bei Blau-Weiß Perleberg.
Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | Lieselotte Domagala mit ihren beiden Söhnen und Bürgermeister Axel Schmidt (rechts).
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