110 Biker trotzten Regen und Wind - Traditionelles Saisonfinale mit Fackelfahrt und Bikerandacht auf dem Großen Markt
Die Bikertreffen zur letzten gemeinsamen Ausfahrt mit abschließender Bikerandacht haben in der Rolandstadt Tradition. Immer am letzten Sonnabend im Oktober treffen sich Biker und Nichtbiker, um am Ende der Saison bei einem Gottesdienst derer zu gedenken, die nicht mehr dabei sein können.
Am vergangenen Sonnabend war es wieder soweit: 110 Motorräder finden sich am Nachmittag bei Uwe und Doris Jansen auf dem Unternehmensgelände in der Pritzwalker Straße ein. „Wir haben die Organisation vor nunmehr 22 Jahren übernommen“, erzählt Uwe Jansen. Die ersten Treffen habe es bereits 1993/94 gegeben. Damals wurden diese vom Easy Rider Club Perleberg organisiert. Treffpunkt war damals immer das Clubhaus in Quitzow. Von dort aus ging es zur Ausfahrt durch Perleberg zum Großen Markt. „Unter dem Roland ging jeder in sich und dann ging es wieder ins Vereinsheim nach Quitzow zur Grillfete“, erinnert sich Uwe Jansen.
Inzwischen ist Treffpunkt am Nachmittag auf dem Firmengelände der Jansens. Um 16.30 Uhr beginnt hier die Abgrillfete. „Bei Musik, Kaffee oder Tee sowie mit einer Bratwurst in der Hand beginnen die Biker zu fachsimpeln“, freut sich Uwe Jansen über diese alljährlichen Begegnungen. „Am Anfang kamen so 20 bis 30 Biker, in diesem Jahr waren es wettergeschuldet 110. Den Rekord gab es mit 258 Biks nach Corona im Jahr 2022.“
Nach dem Treffen geht es auch an diesem Sonnabend um 18 Uhr los zur Fackelfahrt. Begleitet von der Polizei und der Feuerwehr Spiegelhagen geht es kreuz und quer durch die Stadt. „In diesem Jahr sind wir dann von Quitzow direkt über die B 5 zum Großen Markt“, sagt Uwe Jansen.
Auf dem Großen Markt angekommen, werden sie schon von zahlreichen Perlebergern erwartet. Mit Helmen legen sie ein Kreuz. Um 19 Uhr ertönen die Glocken von der Sankt-Jacobi-Kirche und Pfarrer Valentin Kwaschik beginnt mit der Andacht. Er liest aus der Volxbibel den Psalm 116, in dem es da unter anderem heißt: „Gerettet vom Chef. Den Chef liebe ich, als wär‘ ich high, denn er sieht, was ich brauch’, hört meinen Schrei. Er hört mir zu, hat für mich Zeit, neigt sein Ohr zu mir und schenkt mir Aufmerksamkeit. Mit einem Bein stand ich schon im Grab, und der Schrecken des Todes, der mich umgab, zerrte nach mir, aber ich rief nach dir: ,Gott, rette mich, drück’ auf die Tube, ich brauche dich, sitz hier allein in der Grube.‘“
Der Pfarrer würdigt das Engagement von Uwe und Doris Jansen: „Uwe und Doris rufen in die Welt hinaus. – Zwei rufen und alle kommen.“ So zeigten die Biker jedes Jahr aufs Neue, was sie verbindet, dieses Besondere Gemeinschaftsgefühl. Und sie zeigten immer wieder, dass sie Teil dieser Stadtgesellschaft seien, so Valentin Kwaschik.
In seiner Andacht geht der Pfarrer auch auf die beiden verklungenen Glocken ein, die an diesem Wochenende letztmalig zu hören waren, die nach 107 Jahren den Turm der Sankt-Jacobi-Kirche verlassen, um sechs neuen Glocken Platz zu machen. Glockenklang und die Motorengeräusche der Motorräder gehören an diesem letzten Oktobersonnabend zusammen. Und so erinnert Valentin Kwaschik an schöne und erlebnisreiche Ausfahrten. Er erinnert aber auch an die verunglückten Biker, die dabei verletzt wurden. Auf der B 5 bei Groß Werzin endete ein Unfall für den Biker tödlich. Ihm wurde auf dem Großen Markt besonders gedacht.
Nach dem Segen verlassen die Biker wieder alle den Großen Markt, fahren nach Hause. Was bleibt ist die Erinnerung an die Biker-Saison und die Andacht zum Saison-Ende. Die Teilnehmer sind sich sicher: Wir kommen wieder nach Perleberg, spätestens zum Saison-Finale 2026 mit Fackelausfahrt und Bikerandacht.
Zufrieden sind einmal mehr Uwe und Doris Jansen, die sich bei allen Beteiligten bedanken: „Unser Dank geht an Pfarrer Valentin Kwaschik, das Ordnungsamt der Stadt Perleberg, den Landkreis Prignitz, die Polizei, die auch mit einer Krad-Staffel aus Potsdam dabei war, sowie an die Feuerwehr Spiegelhagen für die tolle und unkomplizierte Zusammenarbeit.“
Bild zur Meldung: Foto: Rolandstadt Perleberg/Renè Hill | TTraditionell legen die Biker ein Kreuz aus Motorradhelmen.
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